Gefährdungsursachen der Äsche

Strukturabhängige Einflussfaktoren

Verlust von Habitatstrukturen im Fließgewässer durch Gewässerausbau

Im Zuge der Landgewinnung für die anthropogene Nutzung in den Flusstälern wurden viele Flüsse durch einen massiven Gewässerausbau in ein Einbettgerinne überführt. Dies ging in der Regel auch mit einer Begradigung des Gewässers einher. Nebenrinnen wurden abgeschnitten, verfüllt oder blieben als vom Hauptverlauf abgeschnittene Altwässer übrig. Die Begradigung des Hauptverlaufs führte zu einem Verlust der typischen Prall- und Gleithänge im Gewässer. Das Nebeneinander der flusstypischen durchströmten Rinnen, Kolke und angeströmten Störkörper im Prallhang und die strömungsarmen und strömungsberuhigten Buchten und Flachwasserzonen im Gleithang ging damit weitgehend verloren und damit auch die wichtigen Habitatstrukturen der Äsche und anderer strömungsliebender Fischarten in der Äschenregion. In begradigten Flüssen herrscht eine geringe Wassertiefen- und Strömungsvarianz, ebenso wie eine geringe Varianz bzw. Sortierung der Substrate. Dadurch fehlen vor allem Feinsedimente bzw. die kleineren Kies- und Steinfraktionen im Gewässer und die typischen Anlandungen von Schwemmgut, wie bspw. Totholz.

Insgesamt führte die Begradigung der Flüsse zu einer Verkürzung des Gewässerverlaufes und damit einer erhöhten Fließgeschwindigkeit. Da Uferbefestigungen eine Seitenerosion verhinderten, hatte dies eine verstärkte Sohlerosion zur Folge, welche durch die Begradigung zusätzlich gefördert wurde. Mittlerweile haben sich beinahe alle ausgebauten Fließgewässer in den letzten 100-150 Jahren stark eingetieft. Infolgedessen haben sie meist steile Ufer mit nur wenigen Flachwasserzonen, und somit fehlen in vielen Fließgewässern vor allem qualitativ hochwertige Aufwuchshabitate für Jungfische. Diese Sohlerosion wird durch ein Geschiebedefizit verstärkt, denn die Uferbefestigungen verhindern einen Sedimenteintrag in das Gewässer durch Seitenerosion. Dadurch werden die wenigen übriggebliebenen Nebengerinne oftmals durch die fortschreitende Sohlerosion im Hauptverlauf von diesem hydraulisch abgeschnitten und verlanden. Zugleich verfestigen sich die Anlandungen im Hauptverlauf. Ursache dafür ist, neben dem beschriebenen Geschiebedefizit, die in einem ausgebauten Fluss gestörte Abflussdynamik, welche umfangreiche Umlagerungsprozesse der Kiesbänke während der Hochwasserphasen verhindert. Dadurch verlagern sich die Ablagerungen nur selten und es kommt zu einem Aufwuchs auf den Kiesbänken. Die fortschreitende Vegetationssukzession auf den Bänken führt in der Folge zu lagestabilen Inseln. Die Fläche mit flachem, überströmtem kiesigem Substrat ist infolgedessen deutlich verringert. Verfestigter Gewässergrund mit größeren Steinfraktionen dominiert schließlich den Hauptverlauf. Damit fehlen in den ausgebauten Fließgewässern in großem Maße die Laich- und Aufwuchshabitate.

Strukturunabhängige Einflussfaktoren

Klimawandel

Durch den Klimawandel kommt es weltweit, aber auch in Europa zu Veränderungen in den Fließgewässern. Insbesondere die Wassertemperatur steigt als Folge des Klimawandels an, wodurch für einige Arten kritische Temperaturbereiche erreicht werden (Johnson et al. 2024; vom Berge et al. 2025; Clarke et al. 2022; Hardenbicker et al. 2017). Neben der Wassertemperatur wirkt sich der Klimawandel auch auf das Wetter aus, wodurch Extremwetterereignisse in ihrer Häufigkeit stark zunehmen (Clarke et al. 2022; Blöschl et al. 2019). Insbesondere Dürren und die damit einhergehende Reduktion des Abflusses erhöhen nicht nur das Risiko des Überschreitens kritischer Temperaturgrenzen im Sommer, sondern führen im Extremfall dazu, dass der Fluss so wenig Wasser hat, dass er lediglich im Schotterbett unterirdisch weiterfließt und das Flussbett trockenfällt. Dies ist nicht nur für alle Fischarten in der Äschenregion entsprechend katastrophal, sondern auch für alle anderen aquatischen Organismen. Im Mittelgebirge in Hessen wurde das Trockenfallen einiger Abschnitte in der Äschenregion der oberen Lahn erstmalig dokumentiert.

Neben erhöhten Wassertemperaturen wirken weitere klimabedingte Faktoren auf Gewässerökosysteme ein. Die Zu- oder Abnahme von Hochwassern und die jahreszeitliche Verlagerung von Niederschlagsmustern können sich ebenfalls negativ auf die Gewässer auswirken (Clarke et al. 2022). Hochwasser sorgen natürlicherweise für eine Verteilung von Fischen und Fischlarven im Gewässer (Lechner et al. 2014), können aber auch die Mortalität von Fischen und Fischlarven erhöhen. Insbesondere das Stranden von Fischlarven kann hierbei zum Problem werden (Nagrodski et al. 2012). Das Ausbleiben von Hochwasserereignissen kann sich ebenfalls negativ auf die Artengemeinschaft auswirken, da durch Hochwässer Kiesbänke umgelagert werden, wodurch der Kies aufgelockert wird. Lockerer Kies weist größere Lücken auf, wodurch die Sauerstoffversorgung im Sediment verbessert wird (Mathers et al. 2021).

Für die Äsche bringt der Klimawandel verschiedene Folgen mit sich. Hohe Wassertemperaturen können durch Wanderbewegungen hin zu kühlen, sauerstoffreicheren Gewässerabschnitten und Zuflüssen oder durch eine Vorverlagerung der Laichzeit kompensiert werden (Marteau et al. 2026; Wedekind und Küng 2010). Erhöhte Wassertemperaturen wirken sich auf alle Stadien der Äsche aus. Gravierende Effekte treten bereits bei der Embryonalentwicklung auf. Äschenlaich entwickelt sich optimal bei niedrigen Temperaturen um die 8 °C, steigt diese, nimmt die Überlebensrate stark ab (Rosenau et al. 2025). Ebenso steigt die Mortalität der juvenilen Äschen bei Temperaturen ab 13,5 °C (Bašić et al. 2018). Die maximale Temperatur, die Äschen überleben können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen passen sich Äschen an ihr Gewässer an, wodurch die Temperaturtoleranz zwischen Populationen unterschiedlich sein kann. Zum anderen wird diese auch von weiteren Faktoren beeinflusst, zu denen beispielsweise die Nährstoffbelastung im Gewässer gehört (Rodgers et al. 2021). Grundsätzlich wird aber davon ausgegangen, dass sich bereits Temperaturen über 18 °C negativ auf die Äschen auswirken. Zwischen 18-26 °C nehmen die Auswirkungen zu, bis die für Äschen tödliche Temperatur von etwa 26 °C erreicht wird (van Treeck und Wolter 2021).

Der Klimawandel und seine Folgen stellen für die meisten Gewässer eine Gefahr dar, die nur bedingt beeinflusst werden kann. Hierbei gilt allerdings zu beachten, dass die Auswirkungen des Klimawandels durch die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme abgemildert werden können. Beispielsweise kann durch Aufforstung die Beschattung eines Gewässers erhöht werden, wodurch der Temperaturanstieg abgemildert werden kann (Johnson et al. 2024). Daneben sind strukturreiche Gewässer mit einer ausgeprägten Breitenvarianz auch weniger empfindlich gegenüber Extremwetterereignissen, da auch bei Hochwasserereignissen ausreichend Rückzugsräume für die Fische vorhanden sind (Nagrodski et al. 2012).

Wasserqualität

Die Wasserqualität der meisten europäischen Gewässer wird durch menschliche Eingriffe beeinflusst. In Europa sind viele Fließgewässer durch Nährstoffeinträge belastet. Diese Belastungen wirken sich auch auf verschiedene Fischarten aus. Insbesondere die Entwicklung von Fischlaich kann dadurch negativ beeinflusst werden.

Insbesondere Dünger aus der Landwirtschaft und Abwässer aus Kläranlagen sorgen für hohe Nährstoffeinträge in die Gewässer und können eine Eutrophierung des Gewässers zur Folge haben (van Beusekom 2017). Daneben kommen viele stoßartige Schadstoffbelastungen durch Regenüberläufe hinzu, die bei Starkregen das ungeklärte Wasser aus dem Kanalsystem in die Flüsse einleiten.

Bei den Nährstoffeinträgen in das Fließgewässer ist Phosphor meist der Nährstoff, der das Pflanzenwachstum begrenzt, wodurch Phosphoreinträge schnell im Gewässer von Pflanzen und Algen aufgenommen werden und das Wachstum dieser Arten fördern. Neben Phosphor wird auch Stickstoff in die Gewässer eingetragen, was ebenfalls Algenwachstum begünstigt (Dodds und Smith 2016). Infolge dieser Überdüngung treten in stark belasteten Gewässern Algenteppiche auf, die insbesondere in sonnigen Abschnitten den gesamten Gewässerboden überziehen können.

Diese Algen wachsen schnell und überlagern sich dabei. Infolgedessen lösen sich die Algen vom Untergrund, weil die unterste Schicht aufgrund von Lichtmangel abstirbt oder das zunehmende Gewicht der darüber liegenden Schichten zu groß geworden ist. Die Algen treiben dann als kleine Partikel in die fließende Welle ab. Die Ablösung des Algenteppichs kann auch infolge größerer Strömungsgeschwindigkeiten geschehen, wenn sich der Abfluss im Gewässer erhöht. Die feinen organischen Partikel der Algen in der fließenden Welle setzen sich später in den Kieslücken ab und führen so zur Verstopfung (Kolmation) der Poren im Lückensystem (Filter et al. 2023). Damit ist der Austausch zwischen Oberflächenwasser und Wasser im Kieslückensystem gestört oder völlig unterbunden und es kommt so zu einem Sauerstoffmangel im Interstitial.

Dieser Sauerstoffmangel führt zum Absterben der Fischeier von kieslaichenden Arten wie der Äsche (Hübner et al. 2009) oder zum Verlust des Lebensraums im Kiesbett für viele Organismen (z. B. Wasserinsekten, Muscheln, Würmer etc.). Zugleich wird durch die Verstopfung des Kieslückensystems die Selbstreinigungskraft des Gewässers stark vermindert, da das Kiesbett im Fluss wie ein Filter wirkt, in dem viele Bakterien die eingetragenen Stoffe abbauen und umsetzen. Insgesamt gehen von den vom Menschen eingetragenen Nährstoffen die größten Gefahren für alle Organismen im Gewässer aus (Dahm et al. 2013).

Neben Nährstoffen können auch Schwermetalle und andere chemische Verbindungen die Gewässer belasten (Arenas-Sánchez et al. 2016; Eklöf et al. 2024). Die Auswirkungen der einzelnen Stoffe sind dabei häufig schwer vorherzusagen und können sich auf Arten oder Artengemeinschaften vielfältig auswirken. Äschenlarven, die Quecksilber ausgesetzt waren, zeigten beispielsweise im Vergleich zu unbelasteten Larven eine reduzierte Nahrungsaufnahme, was zu einer erhöhten Mortalität führt (Fjeld et al. 1998).

Abflussdynamik und Gewässernutzung

Gewässer sind nicht nur Habitate für verschiedene Tiere und Pflanzen, sondern dienen auch der Wasser- und Energieversorgung. Eingriffe in den natürlichen Wasserhaushalt der Gewässer können weitreichende Folgen haben. Die Art der Gewässernutzung unterscheidet sich dabei stark in ihrer Auswirkung auf das Gewässer. Ausleitungen und Hochwasserrückhaltebecken können zu einer Reduktion des Abflusses führen und begünstigen dadurch höhere Wassertemperaturen, wodurch sich Gewässerabschnitte stark erwärmen können (Bašić et al. 2018; Johnson et al. 2024; Smoliński und Glazaczow 2019).

Daneben werden insbesondere im Alpenraum Wasserkraftanlagen im Schwallbetrieb betrieben. Dabei wird der Abfluss kurzzeitig stark erhöht, bevor er wieder reduziert wird. Dies ist besonders problematisch für Äschenlarven und juvenile Äschen, die durch die Pegeländerung Gefahr laufen zu stranden (Auer et al. 2023).

Kormoran (Phalacrocorax carbo sinensis)

Kormorane kommen in Deutschland natürlich vor und wurden in der Vergangenheit als vermeintlicher Nahrungskonkurrent in Europa stark bejagt. Die Bestände sind dadurch eingebrochen, sodass die Art in den 1920er Jahren fast ausgestorben ist. Ab Mitte der 1940er Jahre wurde in Deutschland mit der Wiederansiedlung begonnen, allerdings zunächst mit mäßigem Erfolg. So wurde der Bestand 1977 auf weniger als 1000 Brutpaare geschätzt. In den darauffolgenden Jahrzehnten erholten sich die Bestände und breiteten sich im gesamten Bundesgebiet aus. Derzeit wird der Bestand auf 23.000 bis 28.000 Brutpaare geschätzt und stellt damit eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz dar (NABU e. V.; Bregnballe et al. 2014).

Kormorane sind fischfressende Vögel, die sich opportunistisch von kleinen bis mittelgroßen Fischen ernähren. Dabei bevorzugen sie häufige und leicht zu erbeutende Nahrung, die sie sowohl in großen Seen und Flüssen, aber auch in kleineren Gewässern jagen. Durchschnittlich nimmt ein ausgewachsener Kormoran dabei etwa 400-500 g Fisch am Tag zu sich (Lemmens et al. 2016; Ridgway 2010). Wie sehr sich dies auf die lokalen Fischbestände auswirkt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Insbesondere große Kolonien können durch hohe Individuenzahlen die umliegenden Fischbestände gefährden. Verstärkt wird das Problem im Winter, da Seen zufrieren, wodurch die Vögel auf andere Nahrungsquellen ausweichen müssen. Hierzu zählen beispielsweise auch kleine bis mittelgroße Fließgewässer. Diese Gewässer können von Kormoranen schnell übernutzt werden, indem in kurzer Zeit eine Vielzahl der vorkommenden Fische gefressen wird (Jepsen und Rasmussen 2024; Klimaszyk und Rzymski 2016; Keller 1998; Ovegård et al. 2021; Bugajski et al. 2013).

Sowohl juvenile als auch ausgewachsene Äschen werden von Kormoranen erbeutet, wodurch sich die Prädation auf den gesamten Bestand auswirkt. Ausgewachsene Äschen halten sich gerne in tieferen Strukturen auf, wodurch sie für tauchende Kormorane leicht zu erbeuten sind. Verstärkt wird dieser Effekt im Winter, da sich die Äschen in den Winterhabitaten konzentrieren und weniger stark im Gewässer verteilt sind (Jepsen und Rasmussen 2024).

Kormorane unterliegen in Deutschland sowohl der EU-Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 2009/147/EG) als auch dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 7 Abs. 2 Nr. 13b) bb) BNatSchG), die beim Umgang mit Kormoranen unbedingt zu beachten sind. Insbesondere die Bejagung von Kormoranen ist genehmigungspflichtig und setzt fehlende Alternativen voraus. Genehmigungen zum Abschuss können gemäß § 45 Absatz 7 BNatSchG „zur Abwendung ernster fischerei- oder wasserwirtschaftlicher Schäden oder zum Schutz der natürlich vorkommenden Tier- und Pflanzenwelt erteilt werden” (Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages 2021). Die Bejagung von Kormoranen kann lokal zum Schutz von sensiblen Fischarten wie der Äsche beitragen, bringt jedoch auch praktische Probleme mit sich. Die regelmäßige Bejagung ist zeitintensiv und bietet zudem Konfliktpotenzial mit anderen Interessengruppen. Weiterhin sind auch Verhaltensänderungen der Kormorane möglich, wodurch sich der Fraßdruck hin zu umliegenden, nicht bejagten Gewässerabschnitten verschieben kann.

Neben der Entnahme von Kormoranen konnte experimentell gezeigt werden, dass Strukturen im Gewässer den Fraßdruck in Teichen und Seen reduzieren können (Russel et al. 2008; Lemmens et al. 2016). Gleichzeitig ist der Effekt stark unterschiedlich zwischen den untersuchten Fischarten. Daher ist es derzeit unklar, inwieweit Strukturen wie Totholzansammlungen die Prädation in Fließgewässern reduzieren können und welche Fischarten davon profitieren.

Fischereiliche und Freizeitnutzung

Nicht nur die technische Nutzung der Gewässer wirkt sich negativ auf die Fischbestände aus. Unterschieden werden können hier zwei Arten der Nutzung. Zum einen unterliegen viele Gewässer und Fischbestände einer fischereilichen Nutzung und zum anderen dienen sie als Erholungsort für viele Menschen.

Die fischereiliche Nutzung kann hierbei direkt für einen merklichen Rückgang der Äschenbestände verantwortlich sein (Näslund et al. 2005). Fragmentierte und kleine Populationen können bereits durch den Verlust einiger ausgewachsener Äschen einen merklichen Teil der Laichfische verlieren. Weniger offensichtlich ist hingegen der Einfluss, den Besatzfische auf die Bestände haben. Insbesondere ein übermäßiger Besatz mit Forellen kann das Gleichgewicht im Gewässer durcheinanderbringen und den Prädationsdruck erhöhen (Lobón‐Cerviá und Sanz 2017; Degerman et al. 2000).

Der Einfluss der Freizeitnutzung auf die Gewässer ist stark von der Intensität der Nutzung abhängig und wirkt sich negativ auf das gesamte Ökosystem aus. Dabei können Trittschäden am und im Gewässer oder Schäden entlang der Ufer auftreten. Nicht nur mechanische Schäden sind dabei ein Problem. Motorboote, Sonnencreme und andere Stoffe gelangen zudem vermehrt in die Gewässer und können dort vielfältige Schäden anrichten. Für viele Menschen weniger offensichtlich sind hingegen die Folgen, die Pathogene und invasive Arten haben können. Durch Sportequipment, Boote und Angler können Organismen unbemerkt in weit entfernte Gewässer gelangen (Stott 2019; Dayana Senthamarai et al. 2023; Schafft et al. 2021).

Gewässer der Äschenregion unterliegen meist größenbedingt einer moderaten Freizeitnutzung und nur geringen Belastungen aus der Schifffahrt. Dennoch sind viele Gewässer der Äschenregion von menschlichen Eingriffen betroffen. Insbesondere Querbauwerke und Hochwasserschutzanlagen kommen häufig vor und können nicht immer zurückgebaut werden. Umso wichtiger sind ausreichend natürliche und ungestörte Gewässerabschnitte, da diese einen positiven Einfluss auf stark veränderte Abschnitte haben und die negativen Folgen der Gewässernutzung abmildern können (Schafft et al. 2021).

Pathogene

Wie alle Fische können auch Äschen von Pathogenen betroffen sein. Zu den häufigsten Pathogenen gehören Parasiten, Bakterien und Viren mit unterschiedlichen Folgen für das Individuum (Schmidt-Posthaus et al. 2017; Kulikowski et al. 2017; Meier und Wahli 1988). Beispielsweise stellt die Proliferative-Kidney-Disease (PKD), die durch den Erreger Tetracapsuloides bryosalmonae hervorgerufen wird, oder die „Whirling Disease”, hervorgerufen durch Myxobolus cerebralis, für Salmoniden wie die Äsche eine ernste Gefahr dar (Schmidt-Posthaus et al. 2017; Akram et al. 2023).

Obwohl Pathogene in vielen Gewässern vorkommen, sind Massenausbrüche unter natürlichen Umständen selten, da das Immunsystem der Fische einen Ausbruch häufig verhindert. Bei sehr hohen Bestandsdichten, wie in Zuchtanlagen, oder durch temperaturbedingten Stress kann aber beispielsweise die Immunreaktion reduziert werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch steigt (Barton 2002).

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